Ursachen: Wie entstehen muskuläre Dysbalancen?
Ein muskuläres Ungleichgewicht entsteht sehr häufig durch einseitige Trainingsbelastungen. Im Fußball sind dabei besonders die unteren Extremitäten betroffen. Während vor allem die Kniestrecker und die Adduktoren gestärkt werden, werden die hintere Oberschenkelmuskulatur und die Abduktoren (Oberschenkelspreizer) beim Fußballspielen weniger stark beansprucht und trainiert.
Im Tennis oder auch Golf dagegen halten die Spielerinnen oder Spieler den Schläger immer in derselben Hand. Dadurch entstehen gleich mehrere Formen muskulärer Dysbalancen: Zum einen werden vor allem jene Muskeln beansprucht, die den Schultergürtel nach vorn bewegen, während die Muskeln, die den Schultergürtel nach hinten stabilisieren, schwächer werden – eine typische Konstellation für eine muskuläre Dysbalance der Schulter. Zum anderen wird die dominante Körperseite insgesamt stärker belastet und trainiert als die andere.
Ähnlich verhält es sich bei vielen Alltagsbewegungen, etwa beim Rollerfahren: Häufig wird immer dasselbe Bein zum Abstoßen genutzt, während das andere deutlich weniger arbeitet. Dadurch können sich Kraftunterschiede zwischen rechter und linker Körperhälfte entwickeln, die langfristig Haltung, Bewegungsabläufe und Gelenkbelastung beeinflussen.
Ebenso gravierend ist zu wenig Bewegung. Büroarbeit zum Beispiel macht buckelig, zumindest wenn man nicht richtig sitzt – eine Fehlhaltung der Halswirbelsäule kann entstehen, wenn die Schultern nach vorne fallen und der Kopf ebenfalls nach vorn gestreckt wird. Muskuläre Dysbalancen sind dabei zu erkennen, wenn nach dem Aufstehen der Rücken rund bleibt.
Wenn Sie sich insgesamt zu wenig bewegen, führt die mangelnde Aktivität zu einer Abschwächung der phasischen Muskulatur und zur Verkürzung der tonischen Muskulatur, woraus Haltungsschwächen und Fehlhaltungen resultieren.