Wie eine App bei Depression und anderen psychischen Problemen helfen kann

Redaktion
Kevin Schuon

Manchmal fühlt sich alles schwer an, ohne dass du genau sagen kannst, warum. Deine Gedanken kreisen, Gefühle werden intensiver und der Alltag kostet dich mehr Kraft als sonst. Wichtig ist: Psychische Belastungen sind nichts Ungewöhnliches – und es gibt Hilfe auf ganz unterschiedlichen Wegen.

Vielleicht kennst du das: Es ist gerade alles ein bisschen zu viel. Schule, Ausbildung, Erwartungen, Konflikte, Social Media, Zukunftsfragen – und dann noch die eigenen Gedanken und Gefühle. Damit bist du nicht allein.

Psychische Belastungen bei Jugendlichen nehmen immer stärker zu

Tatsächlich haben sich psychische Belastungen bei Kindern und Jugendlichen in den letzten Jahren deutlich verstärkt. Das zeigt eine groß angelegte Studie

Viele der Betroffenen berichten von:

  • anhaltender Erschöpfung

  • Schlafproblemen

  • innerer Unruhe oder Reizbarkeit

  • Traurigkeit oder Hoffnungslosigkeit

  • Einsamkeit

  • Machtlosigkeit

Oft kommen dabei mehrere Dinge gleichzeitig zusammen: Leistungsdruck in der Schule oder Ausbildung, Stress im Freundeskreis oder der Familie, Mobbing – auch online –, Vergleiche in den sozialen Medien oder Sorgen um die Zukunft. Das alles kann sich schnell so anfühlen, als käme dein Kopf nie richtig zur Ruhe.

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Depressionen, Essstörungen & Co.: Diese Krankheiten treten häufig auf

Für dich wichtig zu wissen: Psychische Belastungen können sich ganz unterschiedlich zeigen. Manchmal subtil, manchmal sehr deutlich. Bestimmte Erkrankungen und Symptome treten bei Jugendlichen wie dir dabei besonders häufig auf. Und sie beeinflussen den Alltag oft stärker, als es von außen sichtbar ist.

  • Depressive Symptome

    Depressionen treten bei Jugendlichen häufiger auf als noch vor einigen Jahren. Viele fühlen sich dauerhaft niedergeschlagen, leer oder antriebslos. Auch das Interesse an Dingen, die früher wichtig waren, geht oft verloren. Typisch sind außerdem Konzentrationsprobleme, Schlafstörungen und das Gefühl, nicht mehr dazuzugehören.

  • Essstörungen

    Die Zahl der Essstörungen bei Jugendlichen ist in den letzten 20 Jahren deutlich angestiegen – besonders bei Mädchen. In diesem Zeitraum hat sich die Zahl der Mädchen, die wegen einer Essstörung in einer Klinik behandelt werden mussten, verdoppelt. Doch auch Jungen kämpfen immer häufiger mit einem gestörten Essverhalten. Gedanken um Gewicht, Kontrolle oder Schuldgefühle beim Essen können den Alltag stark beeinträchtigen.

  • Suchterkrankung

    Beim Thema Alkohol, Medien oder Gaming ist die Lage nicht immer leicht zu erkennen. Auch wenn manche Zahlen rückläufig sind, gehen Fachleute von einer hohen Dunkelziffer aus – also von mehr Betroffenen, als die offiziellen Zahlen zeigen. Wenn Konsum oder Mediennutzung dazu führen, dass Schule, Schlaf oder Beziehungen leiden, kann das ein Warnsignal sein.

Warum es wichtig ist, schnellstmöglich Unterstützung zu bekommen

Wenn psychische Belastungen lange unbeachtet bleiben, können sie sich verstärken. Ohne Unterstützung kann es passieren, dass:

  • Probleme sich festsetzen

  • Krisen häufiger oder stärker werden

  • Schule oder Ausbildung schwieriger werden

  • Rückzug oder Einsamkeit zunehmen

Je früher du Unterstützung bekommst, desto besser lassen sich Belastungen sortieren und bewältigen. Doch genau da liegt das Problem: Der Bedarf an Therapien wird immer größer. Es ist häufig sehr schwer, einen Platz bei einer Therapeutin oder einem Therapeuten zu bekommen. Oder es dauert zu lange. „Wenn es keine frühen und niederschwelligen Angebote gibt, kommt es oft zu schwerwiegenderen Problemen“, sagt Luca Daumenlang, Psychologe bei mentalis.

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Mentalis CareNow: Eine App kann dich bei psychischen Problemen unterstützen

Deshalb ist es wichtig, dass du dir auch auf anderem Wege Unterstützung holen kannst, wenn du Probleme hast. Dafür haben die Expertinnen und Experten von mentalis die Therapie-App „CareNow“ entwickelt.

Die App kann dich bei psychischen Problemen unterstützen – zusätzlich zu anderen Hilfen wie ärztlicher Behandlung, Psychotherapie oder Beratungsstellen. Egal, ob es sich gerade im Moment so anfühlt, als würde die Welt um dich herum zusammenbrechen, oder du schon länger gegen deine Belastung ankämpfst. 

In der App bekommst du wichtige Informationen und Aufgaben, die dir helfen können. Dazu wirst du über sechs Monate hinweg von einer echten Psychologin oder einem Psychologen begleitet. Die Gespräche finden telefonisch statt. Du kannst dafür also in deiner vertrauten Umgebung bleiben. „Auf diese Weise machen wir eine schnelle und gleichzeitig individuelle Versorgung möglich", erklärt der Experte von mentalis.

Zusätzlich findest du in der App Inhalte zu diesen Themen:

  • Schlaf und Erholung

  • Umgang mit schwierigen Gefühlen

  • Selbstwert und Selbstvertrauen

  • Depressive Gedanken 

  • Essverhalten

Mit der App fühle ich mich wohl, weil ich niemandem gegenübersitze. Ich bin nicht nervös oder unruhig und kann entspannt Gespräche über mich und meine Gefühle führen. Und es bleibt genug Zeit, um auch in mich hineinzuhören.

Anonyme Nutzerin von CareNow

Kann mich eine App wirklich bei Problemen unterstützen?

Dass die App eine echte Hilfe sein kann, wissen die Entwicklerinnen und Entwickler aus der Praxis. In Befragungen von Nutzerinnen und Nutzern von CareNow bewerten fast alle das Programm als „sehr gut“ oder „gut". Vier von fünf geben an, dass es ihnen besser geht, seit sie CareNow benutzen. Diese Rückmeldungen stammen aus den eigenen Evaluationen des Anbieters. Die Ergebnisse der Befragungen nutzt das Team von mentalis zudem, um das Programm ständig weiterzuentwickeln und zu verbessern.

Wichtig: Eine App ersetzt keine ärztliche Diagnose oder eine notwendige Behandlung. Sie kann dich aber unterstützen, bis du einen Therapieplatz gefunden hast – oder eine bereits laufende Behandlung ergänzen.

 

Herausforderung nach einem Klinikaufenthalt

Gerade nach einem stationären Aufenthalt ist der Übergang in den Alltag oft schwierig. Viele fühlen sich plötzlich wieder allein mit ihren Problemen, da die Belastungen noch da sind oder wieder zunehmen. Dennoch ist auch dann professionelle Hilfe oft nicht greifbar. 

Auch in dieser schweren Zeit kann dich CareNow mit seinen Expertinnen und Experten begleiten. Mit festen Gesprächen, klaren Strukturen und Unterstützung bei den nächsten Schritten:

  1. Wieder mehr Struktur für deinen Alltag
  2. Erkennen von Frühwarnzeichen
  3. Persönlicher Notfallplan

 

Angststörungen: Symptome, Ursachen und Behandlung

Wann wird aus Angst eine Angststörung? Hier erfährst du mehr über unterschiedliche Formen der Erkrankung und Behandlungsmöglichkeiten.

Du musst nicht allein durch

Psychische Probleme sind nichts, wofür du dich schämen musst. Hilfe anzunehmen ist kein Zeichen von Schwäche – sondern ein Schritt in Richtung Stabilität und Selbstfürsorge.

Auch neue Lösungen wie CareNow können dich dabei unterstützen, deinen eigenen Weg zu finden. In deinem Tempo. Auf Augenhöhe. Und mit einer Expertin oder einem Experten immer an deiner Seite.

Genauso wichtig ist es, dass du dir weitere Unterstützung suchst, wenn es dir schlecht geht – zum Beispiel bei deiner Familie, deinen Freunden, deiner Hausärztin oder deinem Hausarzt, in einer Beratungsstelle oder bei einer Psychotherapeutin bzw. einem Psychotherapeuten.

Wenn du das Gefühl hast, gar nicht mehr weitermachen zu können oder an Suizid denkst, hol dir bitte sofort Hilfe über den Notruf 112 oder den Krisendienst in deinem Bundesland.

Info für Eltern – wie Sie Ihr Kind unterstützen können

Psychische Belastungen bei Jugendlichen sind oft schwer zu erkennen – und für Eltern genauso herausfordernd. Wichtig ist: Sie müssen diese Situationen nicht allein lösen.

So unterstützt CareNow auch Eltern:

  • Bis zu drei Elterngespräche mit einer Psychologin oder einem Psychologen
  • Psychoedukation, z. B. zu typischen Symptomen, Warnsignalen und hilfreichem Verhalten im Alltag
  • Unterstützung bei der Orientierung im Versorgungssystem (ambulant, stationär, Beratungsstellen)
  • Krisenleitfäden, die Sicherheit geben, wenn sich die Situation zuspitzt

Was Sie zusätzlich tun können:

  • Hören Sie zu, ohne zu bewerten oder vorschnell Lösungen anzubieten
  • Nehmen Sie Veränderungen ernst (z. B. Rückzug, Schlaf- oder Essverhalten, starke Stimmungsschwankungen)
  • Sorgen Sie für Struktur und Verlässlichkeit im Alltag
  • Unterstützen Sie Ihr Kind bei Terminen oder der Suche nach weiterer Hilfe

 

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Kevin Schuon

Veröffentlicht am 13.02.2026

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