Hautkrebs-Screening: Wie funktioniert es und ab wann ist es sinnvoll?

Redaktion
IKK classic

Hautkrebs ist in Deutschland die häufigste Krebserkrankung. Laut der Deutschen Krebshilfe erkranken jedes Jahr rund 373.000 Menschen neu. Übermäßige UV-Strahlung gehört dabei zu den wichtigsten Risikofaktoren. Doch früh erkannt, sind die Heilungschancen hoch. Wer zahlt das Hautkrebs-Screening, wie oft ist es sinnvoll und wie bereitet man sich optimal vor? Wir klären auf.

Für alle, die im Freien arbeiten oder viel und gerne Zeit draußen verbringen, besteht ein besonders hohes Risiko, an Hautkrebs zu erkranken. Was man präventiv dagegen tun kann? Insbesondere nach einem längeren Urlaub in der Sonne oder generell nach einem heißen Sommer ist ein Hautkrebs-Screening sinnvoll. So können auch kürzlich entstandene Hautschäden von der Fachärztin oder dem Facharzt schnell erkannt und gegebenenfalls behandelt werden.

Was ist ein Hautkrebs-Screening?

Ein Hautkrebs-Screening ist eine medizinische Untersuchung, bei der die ganze Haut von Kopf bis Fuß begutachtet wird. Dabei schaut die Ärztin oder der Arzt sie ganz genau an, um verdächtige Flecken, Male oder Veränderungen früh zu erkennen – bevor sich daraus Hautkrebs entwickeln oder ein bestehender Krebs sich weiter ausbreiten kann.

Die Zahl der registrierten Hautkrebserkrankungen stieg in den vergangenen Jahren stark an. Besonders alarmierend ist der sogenannte „schwarze Hautkrebs“ (malignes Melanom) – eine bösartige Form von Hautkrebs. Nach einer relativ stabilen Phase ziehen die Fallzahlen nun wieder an. Das zeigen die aktuellen Hochrechnungen auf Basis der Daten des Krebsregisters Schleswig-Holstein. Während im Jahr 2016 rund 26.000 invasive maligne Melanome diagnostiziert wurden, lag die Zahl 2023 bereits bei etwa 33.500 Fällen – ein Anstieg um fast ein Drittel.

Werden die Melanome jedoch frühzeitig durch eine Vorsorgeuntersuchung erkannt, können sie in der Regel gut behandelt werden, und die Heilungschancen sind sehr hoch.

Ab wann ist ein Hautkrebs-Screening sinnvoll?

Die meisten Hautkrebserkrankungen werden ab einem Alter von 75 Jahren diagnostiziert. Frauen erkranken jedoch häufiger bereits zwischen dem 45. und 54. Lebensjahr daran. Eine mögliche Erklärung sind häufige Sonnenbäder bzw. häufigerer Kontakt mit den UV-Strahlen der Sonne. 

Daher ist eine frühere Untersuchung, besonders nach sonnenreichen Sommern, auch für jüngere Personen sinnvoll. Denn wird Hautkrebs in einem frühen Stadium entdeckt, ist er besonders gut behandelbar.

Kosten eines Hautkrebs-Screenings: Wer zahlt was beim Haut-Check?

Welche Kosten für das Hautkrebs-Screening übernommen werden, hängt vor allem vom Alter und von möglichen Risikofaktoren ab.

Für über 35-Jährige

Ab dem 35. Lebensjahr zählt das Hautkrebs-Screening zu den regulären Vorsorgeleistungen der gesetzlichen Krankenkassen. Alle Versicherten in diesem Alter haben damit alle zwei Kalenderjahre Anspruch auf einen Haut-Check – ohne Zuzahlung.

Hautkrebsvorsorge

Die Teilnahme an der Untersuchung zur Früherkennung ist für IKK-Versicherte ab 35 Jahre kostenfrei.

Für unter 35-Jährige

Bei Personen unter 35 Jahren ist das Hautkrebs-Screening nicht Teil der gesetzlichen Standardvorsorge, deshalb müssen sie die Untersuchungskosten selbst zahlen. Die IKK classic bietet jedoch zusätzliche Vorsorgeleistungen an. So kann bei Versicherten bis 34 Jahren alle zwei Kalenderjahre eine Untersuchung übernommen werden, wenn bestimmte Risikofaktoren vorliegen, zum Beispiel:

  • familiäre Vorbelastung für Hautkrebserkrankungen

  • sehr heller Hauttyp (Hauttyp I)

  • mehr als 50 Leberflecken

  • größere Leberflecken (über 5 mm)

  • immunsuppressive Therapie, etwa nach Organtransplantation

In diesen Fällen zahlen Sie die Untersuchungskosten zunächst selbst und können sich diese anschließend – bei der IKK classic derzeit bis zu 30 Euro – erstatten lassen.

Wie läuft der Haut-Check ab?

Bei einer geschulten Hausärztin oder einem geschulten Hausarzt sowie einer Hautärztin oder einem Hautarzt werden in einem Anamnese-Gespräch bestehende Hautprobleme, Veränderungen und Allergien besprochen. Anschließend wird die Haut am gesamten Körper untersucht, inklusive Nägeln, Mundschleimhaut, Kopfhaut und Intimbereich. Make-up, Nagellack und aufwendige Frisuren sollten Sie also an diesem Tag nicht tragen, um den Ablauf der Untersuchung nicht zu erschweren.

Die Haut wird optisch begutachtet und stellenweise abgetastet, um Hautveränderungen zu erkennen. Die Ärztin oder der Arzt untersucht also mit den Augen und Händen; eine Lupe bzw. ein Auflichtmikroskop und ein Ultraschallgerät werden beim Check nach Bedarf eingesetzt.

Hautkrebs: Was sind die Unterschiede?

Unter der Sammelbezeichnung „Hautkrebs“ versteht man überwiegend zwei Formen: den hellen oder weißen Hautkrebs (Basalzell- oder Plattenepithelkarzinom) sowie den schwarzen Hautkrebs (malignes Melanom). Im Frühstadium sind beide Varianten gut behandelbar, aber viele Menschen bemerken erste Symptome sehr spät. Darum ist die regelmäßige Kontrolle so wichtig.

Weißer Hautkrebs kommt dabei deutlich häufiger vor als schwarzer. Er wird meist durch langjährige, ungeschützte Sonnenexposition der Haut ausgelöst – ob im Urlaub oder bei der Arbeit im Freien. Weißer Hautkrebs ist deshalb auch als Berufskrankheit anerkannt. Der regelmäßige Gang ins Solarium kann eine Erkrankung zusätzlich begünstigen. Achten Sie auch selbst auf farbliche Veränderungen, schuppige Hautstellen oder glänzende Knötchen und beobachten solche verdächtigen Stellen.

Schwarzer Hautkrebs tritt seltener auf, ist dafür jedoch deutlich aggressiver und führt häufig zur Ausbildung von Metastasen, also Absiedlungen des Ursprungstumors in anderen Regionen des Körpers. Das geschieht bei weißem Hautkrebs nur selten. Dabei kann er sich entweder aus einem bestehenden Leberfleck entwickeln, sich aber auch spontan auf gesunder Haut bilden. Melanome können an jeder Stelle des Körpers entstehen – auch an Stellen, an die die Sonne gar nicht hingelangt, wie Zehen oder Genitalbereich. Auslöser ist auch hier die Belastung der Haut mit UV-Strahlung von Sonne und Solarien sowie ein heller Hauttyp und viele Pigmentflecken. Bei der Selbstkontrolle dieser Pigmentflecken kann die sogenannte ABCDE-Regel helfen:

  • Asymmetrische, ungleichmäßige Form des Flecks
  • Begrenzung des Flecks wirkt verwaschen, gezackt oder uneben
  • Colorierung ist nicht gleichmäßig, sondern mit Rosa, Grau oder schwarzen Punkten vermischt
  • Durchmesser des Flecks beträgt mehr als fünf Millimeter oder er ragt mehr als einen Millimeter über das Hautniveau hinaus
  • Entwicklung des Flecks, sprich: Verändert er sich?

 

Die beste Möglichkeit, das eigene Hautkrebsrisiko zu senken, ist ein gründlicher Sonnenschutz.

Berufskrankheiten

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Hautkrebs selbst erkennen

Die Eigenuntersuchung mit dem bloßen Auge ist wichtig, um frühzeitig Hautveränderungen zu erkennen. Vor allem Körperregionen, die oft der Sonne ausgesetzt sind, sollten Sie sich genauer ansehen und jede Hautveränderung wie Flecken und andere Auffälligkeiten mit einem Arzt besprechen. So können Sie bereits selbst gegen den Hautkrebs vorsorgen. 

Wir haben den Dermatologen Dr. Rüdiger Greinert von den Elbe Kliniken in Buxtehude um Empfehlungen für eine sinnvolle Hautkrebsvorsorge gebeten.

Drei Fragen an Dr. Rüdiger Greinert über Hautkrebs

Wie groß ist der Einfluss der Sonnenstrahlung auf das Hautkrebsrisiko?

Dr. Rüdiger Greinert: "Wir wissen aus einer Vielzahl von wissenschaftlichen Untersuchungen, dass UV-Strahlung der Hauptrisikofaktor für die Entstehung von Hautkrebs ist, da sie in den Hautzellen Schäden hervorruft. Diese Schäden können größtenteils von den zellulären Reparatursystemen behoben werden. Sie können aber auch zu Mutationen führen, aus denen sich letztendlich ein Hautkrebs entwickeln kann."

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​​​​​​​Was sollten wir bei starker Sonneneinstrahlung beachten?

Dr. Greinert: "Bei intensiver Sonnenbestrahlung – das ist in unseren Breitengraden in der Mittagszeit – sollten Sie im Idealfall gar nicht rausgehen oder im Schatten bleiben. Falls das nicht möglich ist, weil Sie beispielsweise in der Sonne arbeiten müssen, sollten bestimmte Schutzfaktoren beachtet werden. Wir empfehlen erst mal den textilen Sonnenschutz. Ein Baumwoll-T-Shirt lässt nur noch zehn Prozent der Strahlung durch. Ein Sonnenhut und eine Sonnenbrille schützen die Augen und die sogenannten "Sonnenterrassen": das Gesicht, die Nase und die Ohren. Darüber hinaus sollte eine Sonnencreme verwendet werden. Die wichtigste Regel: Ein Sonnenbrand ist auf jeden Fall zu vermeiden."

​​​​​​​Schützt eine Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor vor Hautkrebs? 

Dr. Greinert: "Wir sind skeptisch, was Sonnencremes angeht, denn der sogenannte "Lichtschutzfaktor" wird nur erreicht, wenn Sie eine bestimmte Menge Sonnencreme auftragen – und zwar zwei Milligramm pro Quadratzentimeter. Wenn Sie das umrechnen, dann bedeutet das, dass ein Mann in Badehose eine dreiviertel Flasche auf seinen Körper einreiben müsste. Wir sind bei der Empfehlung von Sonnencremes vorsichtig, weil wir wissen, dass sie falsch angewendet und nicht ausreichend aufgetragen werden. Die Reihenfolge an Schutzmaßnahmen, die wir bei starker Sonneneinstrahlung empfehlen, ist ganz klar: Schatten, textiler Sonnenschutz und dann erst Sonnencreme."

Klarheit über Auffälligkeiten der Haut

Lassen Sie Auffälligkeiten auf der Haut lieber einmal zu früh als einmal zu spät überprüfen. Es gibt in vielen Hautarztpraxen spezielle Sprechstunden, in denen Leberflecken schnell abgeklärt werden können. Oder Sie nutzen den Skin Checker der TeleClinic. So haben Sie Klarheit und können die Sonne unbesorgt weiter genießen.

FAQ

Wie lange dauert ein Hautkrebs-Screening?

Ein Hautkrebs-Screening dauert in der Regel etwa 10 bis 20 Minuten, je nach Praxis und Umfang der Untersuchung. Entscheidend ist, ob die gesamte Haut inklusive Kopfhaut, Rücken und Füße sorgfältig begutachtet wird, wie viele Muttermale oder auffällige Hautveränderungen vorhanden sind und ob zusätzlich ein Auflichtmikroskop (Dermatoskop) zum Einsatz kommt.

Muss ich mich beim Hautkrebs-Screening ganz ausziehen?

Da Hautkrebs auch an Körperstellen auftreten kann, die kaum oder gar nicht der Sonne ausgesetzt sind – etwa an den Fußsohlen oder im Intimbereich – sollten alle Körperpartien möglichst vollständig begutachtet werden. Dafür entkleidet man sich in der Regel bis auf die Unterwäsche. Diese kann bei Bedarf kurz angehoben oder zur Seite geschoben werden. Wenn etwas unangenehm ist, lässt sich das jederzeit ansprechen; außerdem besteht die Möglichkeit, eine Ärztin oder einen Arzt gleichen Geschlechts zu wählen.

Wie bereite ich mich auf das Hautkrebs-Screening vor?

Zur Vorbereitung auf das Hautkrebs-Screening sollten Sie auf Make-up, Nagellack an Fingern und Zehen sowie aufwendige Frisuren (z. B. Zöpfe, Gel oder Haarspray) verzichten, damit die gesamte Haut sichtbar bleibt. Tragen Sie bequeme Kleidung zum Umziehen. Vor dem Arztbesuch notieren Sie zudem auffällige Hautveränderungen, Familienanamnese zu Hautkrebs oder Risikofaktoren wie starke Sonneneinstrahlung, um diese im Vorgespräch zu erwähnen.

Was ist der Unterschied zwischen Hautkrebsvorsorge und Hautkrebs-Screening?

Der Unterschied zwischen Hautkrebsvorsorge und Hautkrebs-Screening liegt in der fachlichen Bedeutung. Beim Hautkrebs-Screening handelt es sich nicht um Vorsorge, sondern um eine Früherkennungsuntersuchung: Die Ärztin oder der Arzt sucht dabei nach frühen Formen von Hautkrebs, um diese rechtzeitig behandeln zu können. Von Krebsvorsorge sprechen Fachleute, wenn Maßnahmen ergriffen werden, die Krebs verhindern sollen – etwa indem Risikofaktoren reduziert oder Vorstufen entfernt werden.  

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Veröffentlicht am 12.02.2026

Quellenangaben

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